Die Kinder im Saal schrien, als der Froschkönig aus dem Brunnen hüpfte. Dabei ist es kein Horrorstück, das die fünf Schauspielerinnen und Schauspieler des Reisetheaters im Gemeinschaftszentrum Freienbach am Mittwochnachmittag aufführten. Die Ortsvereine der Gemeinde haben das Reisetheater zum siebten Mal eingeladen, auf seiner Tournee quer durch die Schweiz in Freienbach halt zu machen. Für Jung und Alt führte das Theater das bekannte Märchen «Der Froschkönig» auf.
Märli für die Kinder und mit den Kindern
Die Jungen und Jüngsten wirkten im vollen Saal lautstark mit. Zum Reisetheater gehört, dass die Kinder im Publikum animiert werden, die vierte Wand zu durchbrechen. Zwischenrufe, Aufschreie und Lachen sind gewollt. Auch die überspitzten Rollen kitzeln die Reaktionen der Kinder heraus.
Da ist zum Beispiel die Rolle des pflichtbewussten, pingeligen Zeremonienmeisters, der auch ab und an die Kinder zur Mässigung ermahnt. Das Reisetheater bringt auch unbekannte, unterhaltsame Szenen ins Stück ein: Mit einer Bergungsmission versuchen Zeremonienmeister und Hofdienerin die Goldkugel der Prinzessin aus dem Brunnen zu retten. Beim Abendessen folgt von ihrem Vater die Moral der Geschichte: «Was man versprochen hat, muss man auch halten.» Das nimmt sich die Prinzessin schlussendlich zu Herzen und sieht am Abend ein, dass sie den zuvor verstossenen Frosch als Freund doch gerne bei sich behalten würde. Beim Gutenachtkuss beginnen im Saal dann die Lichter zu flackern. Der Frosch ist zum Prinzen geworden. Hinter der Kulisse ist lautes Scheppern zu hören: Die eisernen Ringe um Ritter Heinrichs Herz – dem treuen Diener des Prinzen – sind vor Freude über den wiedergewonnenen Herren geplatzt.
(von Maël Brassel, Höfner Volksblatt, 5. Dezember 2025)

